Geschichten aus Sachsen


   "Miriquidi" nannte der frühmittelalterliche Chronist Thietmar von Merseburg die Landschaft, die wir heute als das sächsische Erzgebirge kennen. Das heißt so viel wie "finsterer Wald" und steht für einen undurchdringlichen, gefährlichen Urwald oder Grenzwald, eine Gegend, welche den Menschen dieser Zeit Furcht einflößte. Bis heute taucht dieses universelle Motiv in Sagen und Märchen auf, man denke nur an Hänsel und Gretel...

  Im 12. Jahrhundert etablierte sich der Begriff "Böhmerwald", und erst im 16. Jahrhundert, also lange nach den ersten Erzfunden, kreierte der sächsische Geschichtsschreiber Petrus Albinus (1543 - 1598) in seiner Meißnischen Land- und Bergchronik den Begriff "Erzgebirge", der sich durchsetzte und bis heute besteht.
   1168 ist das entscheidende Jahr in der Geschichte des Erzgebirges: Im heutigen Freiberg, damals ein kleines Waldhufendorf namens Christiansdorf, wird Silber gefunden, das "Berggeschrey" hebt an. Das heißt: Die Kunde von den Schätzen verbreitet sich und zieht viele Menschen in die unwirtliche Gegend. In späteren Jahrhunderten folgen weitere spektakuläre Funde, und nach und nach wurden Städte gegründet und das Erzgebirge besiedelt.
Doch weiterhin geschehen hier sagenhafte Ereignisse, oder zumindest werden sie berichtet und weitererzählt, die nun einen eindeutigen Bezug zum Bergbau, zum Finden von Schätzen haben.
   Der erste sensationelle Fund ereignete sich demnach folgendermaßen:
Ein sächsischer Fuhrmann war auf dem Weg von Halle nach Böhmen. Geladen hatte er Salz, das in Böhmen zu der Zeit Mangelware war, und das er deshalb dort gegen Holz eintauschen wollte. Doch als er in das Gebirge kam, sanken an einer Stelle die Räder seines schwer beladenen Wagens tief in die Erde. Nur mit Mühe bekam er den Wagen wieder frei, und als es endlich geschafft war, sah er in der Furche etwas aufglitzern. Weil das Gestein ihm so schön glänzend und außergewöhnlich schwer erschien, warf er es auf seinen Wagen und nahm es mit. Nach der Rückkehr aus Böhmen brachte er seinen Fund nach Goslar - der Harz war schließlich seit der Römerzeit für seinen Erzabbau bekannt! Die Bergleute untersuchten seinen Fund und kamen schnell zu dem Schluss, dass dies ein viel gehaltvolleres Silbererz sei, als es in Goslar je gefunden wurde. Schon machten sich die ersten Bergleute auf den Weg und begannen zu schürfen, das "Berggeschrey" hub an. Der Rest ist bekannt: Die prächtige Stadt Freiberg entstand.

   Mag diese Geschichte noch plausibel und durchaus im Rahmen des Möglichen klingen, sind die "Erklärungen" für manch' anderen Fund eher märchenhaft.
Bergmann
höchster Berg im Erzgebirge
Bergmann findet Fossil
Böhmerwald
   In der Gegend der heutigen Stadt Annaberg sind um die Mitte des 15. Jahrhunderts zwar bergbauliche Tätigkeiten belegbar, sehr ergiebig war die Sache aber nicht. Das änderte sich am Ende des 15. Jahrhunderts, denn offensichtlich wurden relativ zeitgleich verschiedene Silberadern entdeckt, zumindest gibt es zwei Sagen, die von sich behaupten, sie erzählen, wie es zur Gründung der Stadt Annaberg kam.
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   Beide punkten mit einer gewissen Authentizität: die Helden werden mit konkreten Namen genannt, und sie stammen jeweils aus dem kleinen Dorf Frohnau am Fuß des Schreckenberges.
   Der Bergmann Daniel Knappe war ein fleißiger und ehrlicher Mann, der ohne eigenes Verschulden in finanzielle Bedrängnis gekommen war, und kaum noch wusste, wie er seine kranke Frau und seine sieben Kinder ernähren sollte. Da erschien ihm im Traum ein Engel und sprach zu ihm: "Geh' morgen in den dichten Wald am Fuß des Schreckenberges. Dort, in den Zweigen der höchsten Tanne, wirst du ein Nest mit goldenen Eiern finden!" Gleich am nächsten Morgen machte der Bergmann sich auf den Weg und fand auch bald die höchste Tanne. Er kletterte bis in die Spitze des Baumes und suchte alles ab - vergebens: Ein Nest mit goldenen Eiern war hier nicht zu finden! Tief enttäuscht stieg er wieder hinab. Doch plötzlich besann er sich, ob er den Traum vielleicht falsch gedeutet hätte, und in Wirklichkeit die Wurzeln des Baumes gemeint sein könnten. Er holte sein Werkzeug, fing an zu schürfen, und stieß schon bald auf einen reichen Silbergang.
   Führte hier also wieder der pure Zufall, gepaart mit dem geübten Auge des Bergmannes zum Finden, ist die zweite Geschichte etwas mystischer.
   Der Bergmann Caspar Nitzelt ging am Abend vor Fronleichnam eigentlich nur zum Angeln im nahe gelegenen Bach. Als er mit einem Stock im Wasser herumstakte, löste sich etwas Erde vom Uferrand und darunter erblickte Nitzelt ein grünliches Gestein. Prüfend nahm der erfahrene Bergmann seinen Fund in die Hand, und da er ungewöhnlich schwer wog, nahm er etwas davon mit. In Geyer ergab die Analyse, dass reichlich Silber darin war. Nitzelt begann an der Fundstelle zu schürfen, und der so benannte Fronleichnamsstollen lieferte über die Jahre einen Ertrag von 400.000 Guldengroschen.
Erzgebirgsmuseum in Annaberg
   Diese beiden Geschichten sollen sich im Jahr 1491 zugetragen haben. Die reichen Funde veranlassten Herzog Georg den Bärtigen, hier eine neue Bergstadt erbauen zu lassen. Schon im Oktober 1497 erhielt die "Neue Stadt am Schreckenberg" das Stadtrecht, 1501 wurde sie umbenannt in Annaberg.
   In Sagen beruhen die Funde von Silber oft auf glücklichen Zufällen, doch einige Geschichten sagen auch etwas über die damaligen Vorstellungen der Menschen aus.

   So soll eine Magd, die auf einem Feld bei Schneeberg Heu holte, mit ihrer Sichel einen Silberzahn abgeschnitten haben.
   In der Gegend von Joachimstal (heute Jáchymov in Tschechien) entdeckten Bergleute aus Geyer den ersten Erzgang in den Wurzeln eines Baumes, den ein heftiger Sturm umgeworfen hatte.
   Und auch dem Grünhainer Pater passierte etwas Ähnliches: Er war auf dem Weg zur Kapelle im Walde, um dort eine Messe zu lesen. Es war ein glühend heißer Tag, und er beschloss, eine kleine Rast zu machen und sich zu erholen. Doch im Hinsetzen berührte ihn etwas so grob, dass er vor Schmerz und Schrecken laut aufschrie. Als er sich wieder gefasst hatte, untersuchte er die Stelle und entdeckte einen starken Zacken gewachsenen Silbers, der drei Zoll lang aus der Erde heraus ragte. Da war die geplante Messe vergessen. Er markierte die Stelle mit seiner Kutte und rannte so schnell er konnte zurück nach Grünhain, wo er seinem Abt das Geschehene berichtete. Daraufhin wurde an dieser Stelle ein Bergwerk angelegt, das lange Zeit gute Silbererträge lieferte und den Namen "Kutte" trug.

   All diese Sagen beruhen auf der uralten Auffassung, dass Erz, gleich einem Lebewesen, wächst und sich verändert.
   Mit dem Anbruch der Neuzeit erreichte der wissenschaftliche Fortschritt das Erzgebirge. Hier ist der wichtigste Mann Georg Pawer (Bauer), der - weil es in akademischen Kreisen gerade modern war - seinen Namen latinisierte und bis heute als Georgius Agricola bekannt ist.
   Er lebte von 1494 bis 1555, studierte in Leipzig, Bologna und Padua alte Sprachen und Medizin, arbeitete als Arzt und Apotheker, und forschte auf so vielen verschiedenen Gebieten, dass er als Universalgelehrter bezeichnet wird.



   Sein bedeutendstes Forschungswerk erschien erst ein Jahr nach seinem Tod als Gesamtausgabe. "De re metallica libri XII" ist das erste Buch, in dem - auf empirischen Untersuchungen fußend - das Berg- und Hüttenwesen systematisch beschrieben wird. Zwei Jahrhunderte lang galt es als DAS wissenschaftliche Standardwerk zum Thema, und brachte seinem Verfasser posthum den Titel "Vater der Mineralogie" ein, als deren Begründer er gilt.
Zeichnung eines Stollens
Blasebalg zur Wetterführung
Entwässerungspumpen mit Wasserrad
Titelblatt
"DE RE METALLICA"
   Aber da es hier um Sagen geht, soll aus einem anderen Werk von Agricola zitiert werden. 1549 veröffentlichte er De animantibus subterraneis liber“ - „Das Buch von den Lebewesen unter Tage“. Hier beschreibt er ausführlich und sehr wissenschaftlich alle möglichen Arten von Tieren, die ganz oder zeitweilig unter der Erde leben, doch ganz am Ende seiner Abhandlung kommt er zu den „unter Tage lebenden Tieren oder, wie die Theologen sagen, zur Zahl der Wesen die Geister rechnen, die sich in manchen Gruben aufhalten.“
Und der Wissenschaftler des 16. Jahrhunderts verweist diese Wesen nicht etwa ins Reich der Fabeln oder ähnliches, er geht im Gegenteil auch ihnen akribisch nach!

   Er teilt sie in zwei verschiedene Gruppen. Da ist zum einen der daemon subterraneus truculentus, der Bergteufel (truculentus = wild, grimmig, unfreundlich, rau, grob), diese Kreaturen beschreibt er wie folgt:
  Die einen bieten einen wilden und schreckenerregenden Anblick und sind meist den Bergleuten unfreundlich und feindlich gesinnt. Dergestalt war einer zu Annaberg, der  tötete. Der Hauch entquoll seinem Rachen. Er soll einen langgestreckten Hals wie ein Pferd und wilde Augen besessen haben. Gleicher Art war auch der mit einer schwarzen Kutte bekleidete zu Schneeberg, der in der Grube St. Georg das Handwerkzeug vom Boden aufhob und nicht ohne körperliche Anstrengung in eine höher gelegene Strecke dieser einstmals silberreichsten Grube hinaufschaffte. […] Manche Philosophen halten diese und ähnliche Geister, welche schädlich und von Natur boshaft sind, für dumm und ohne Vernunft.“

   Es gibt aber auch die guten Berggeister, Agricola nennt sie daemon subterraneus mitis, Bergmännlein, Kobold oder Guttel (mitis = mild, weich). Agricola schreibt:
  „Es gibt aber auch gute Geister, die manche in Deutschland, wie die Griechen, Kobolde nennen, weil sie Menschen nachahmen. Denn in lauter Fröhlichkeit kichern sie und tun so, als ob sie viele Dinge verrichteten während sie tatsächlich nichts ausführen. Manche nennen sie auch Bergmännchen; sie besitzen die Gestalt eines Zwerges und sind nur drei Spannen lang. Sie sehen greisenalt aus und sind bekleidet wie die Bergleute, d.h. mit einem zusammengebundenen Kittel und mit einem um die Schenkel herabhängenden Bergleder. Sie pflegen den Bergleuten keinen Schaden zuzufügen, sondern treiben sich in Schächten und Stollen herum. Und obwohl sie eigentlich nichts schaffen, tun sie doch so, als ob sie sich in jeder Art Arbeit üben wollten, d.h. sie graben Gänge, füllen das Ausgegrabene in Gefäße und drehen den Förderhaspel. Manchmal necken sie die Arbeiter mit Goldkörnern, tun ihnen aber nur ganz selten etwas zuleide. Sie verletzen auch niemanden, wenn man sie nicht vorher ausgelacht oder durch Schimpfworte gereizt hat. Sie sind daher ähnlich den guten Geistern, die nur selten dem Menschen erscheinen, die aber täglich einen Teil der Hausarbeit verrichten und das Vieh versorgen. Diesen haben die Deutschen, da sie Gutes tun, von menschlicher Art sind oder mindestens als Freunde auftreten, den Namen „Guttel“ beigelegt; von den „Trullen“ genannten, welche sowohl weiblichen wie männlichen Geschlechtes zu sein scheinen, wird berichtet, daß sie bei manchen Völkern, namentlich aber bei den Skandinaviern, für Dienstleistungen gehalten werden. Die Berggeister arbeiten am liebsten in Gruben, in denen Metalle gewonnen werden oder in denen die Hoffnung besteht, daß solche gefunden werden. Deshalb lassen sich die Bergleute durch sie auch nicht abschrecken, sondern betrachten sie als ein gutes Anzeichen, sind fröhlichen Mutes und arbeiten um so fleißiger weiter.“

Über Lebewesen unter der Erde
Titelblatt Agricola
Titelblatt
"DE ANIMANTIBUS SUBTERRANEIS"
Blick vom Fichtelberg
Blick auf den Fichtelberg
Bergmann mit Hammer und Schlägel
Erzabbau
Bergmann schiebt Hund
Reliefs mit Szenen aus dem Arbeitsalltag früherer Bergleute am Eingang des Instituts für Mineralogie in Freiberg
Sagenhaftes Erzgebirge
Haspelknecht
In Freiberg wurde 1765 die Bergakademie für das Montanwesen zur Ausbildung der Bergleute gegründet
Besucherstollen in Annaberg
   Hier werden einige für das Erzgebirge typische Sagen erzählt, alle stammen aus dem Buch "Der Sagenschatz des Königreichs Sachsen", das der sächsische Bibliograph, Sagenforscher und Literaturhistoriker Johann Georg Theodor Grässe (1814 - 1885) im Jahr 1855 herausgab. Grässe hat für diese Sammlung umfassend recherchiert und nennt zu jeder Sage mindestens eine Quellenangabe, hier sind die Geschichten dem heutigen Sprachgebrauch angepasst - die Originaltexte lassen sich bei Grässe nachlesen.
   Schon das Entdecken der Erze ist eigentlich immer sagenhaft, weil die ersten Funde wohl wirklich eher zufällig geschahen und nicht - wie heute - nach wissenschaftlichen Überlegungen, Berechnungen, Probebohrungen entdeckt wurden.
Silberbergwerk im Gößner
Panorama von Annaberg
Annaberger Stadtansicht um 1650
(Quelle: Wikipedia)
Viele weitere Geschichten und Informationen aus dem und über das Erzgebirge, von heiter bis sachlich, finden Sie in dem Buch "Wahre Geschichten entlang der sächsischen Silberstraße" von Heike Hentschel.

Klappentext:
Seit 1991 können Besucher das Erzgebirge auf der Silberstraße erkunden. Diese Ferienstraße führt größtenteils über die alten Wege, die schon vor hunderten von Jahren die Orte miteinander verbanden, auf denen seinerzeit die Silbertransporte erfolgten.
Vieles entlang dieser Straße erinnert an die 800-jährige Geschichte des Bergbaus und des Hüttenwesens. Wissenschaftler, Erfinder, Künstler und tüchtige Geschäftsleute wirkten hier, aber auch eine Vielzahl von Sagen rankt sich um diese Orte.
Aus der Fülle an Geschichten aus der Geschichte sind die Interessantesten in diesem Buch versammelt. Nicht nur die Touristen werden ihre Freude daran haben - auch die eingesessenen Erzgebirgler erfahren noch mancherlei Neues!

Und was der Klappentext nicht verrät:
Es gibt in dem Buch auch Mord, Sex, Engel, eine tote Katze, und nicht zuletzt wird die Wahrheit über die Beziehung zwischen Barbara Uthmann und Friedrich Schiller schonungslos offen gelegt!
Generell wird Redlichkeit vom guten Berggeist großzügig belohnt, wie auch       in der Geschichte vom "himmlischen Heer bei Annaberg" berichtet:

   In der Gegend von Annaberg lebte ein armer Bergmann namens Daniel (ein Nachname ist hier nicht überliefert), der seine vielen Kinder und seine kranke Frau kaum ernähren konnte, denn die Grube am südlichen Abhang des Bielberges, wo er arbeitete, war unergiebig.
    Einmal hatten er und der Steiger wieder den ganzen Tag lang vergeblich gearbeitet, als plötzlich ein Teil des Gesteins von selbst herab fiel. Ein mächtiger Gang von reichem Erz tat sich vor ihnen auf, und eine Stimme rief: "Daniel, ich bin der Fürst der Berge, was Du in diesem Schacht gewinnst, ist Dein, ich schenke es Dir!" Doch anstatt freudig zuzugreifen entgegnete Daniel: "Ich kann es nicht annehmen, denn es gehört den Gewerken." (ein "Gewerke" ist eine Person, die Anteile an einer Zeche besitzt, heute wäre das ein Aktionär). Nach einigem Hin und Her - der Berggeist forderte immer wieder, Daniel möge das Geschenk annehmen und an seine arme Familie denken, Daniel verweigerte die Annahme hartnäckig - verschwand der Erzgang und die Stimme des Berggeistes verstummte.
    An diesem Tag ging Daniel sehr traurig nach Hause, vielleicht zweifelte er sogar an der Richtigkeit seiner Entscheidung? Doch dort angekommen, trat ihm seine Frau vollkommen gesund entgegen! Sie berichtete, ein fremder Bergmann sei da gewesen, habe ihr Brot, Fleisch und Wein (!) für ihre Kinder gebracht, ihr aus einer kleinen Flasche zu trinken gegeben, und seitdem seien alle ihre Schmerzen verschwunden! Der Fremde hätte noch gesagt, dass ihre Not bald ein Ende haben werde, das lasse ihr der Fürst der Berge sagen.
    In der folgenden Nacht träumte Daniel, der Berggeiste stünde vor ihm und sagte ihm: "Zum Lohn für Deine Redlichkeit will ich Dich glücklich machen. Gehe früh auf den Schreckenberg, dort wird ein Feuer vom Himmel fallen, und an dieser Stelle sollst Du einschlagen."
   Gleich am nächsten Morgen machte Daniel sich auf den Weg, und tatsächlich fuhr plötzlich aus heiterem Himmel ein Blitz in eine hohe Fichte. Gleich schlug Daniel an den Wurzeln des Baumes ein, grub immer weiter, und entdeckte schließlich einen reichen Silbergang. Gemeinsam mit dem Steiger begann Daniel hier zu schürfen, und beide wurden schnell reich. Die Grube nannte man "das himmlische Heer".


Wieder das schlichte Fazit: Ehrlichkeit wird reich belohnt!

Besucherstollen in Annaberg
Stadtansicht Schneeberg
Rückansicht Markt Schneeberg
Jáchymov
Darstellung eines Bergwerks im 16. Jahrhundert
Wappen Joachimsthal um 1548
(Quelle: Wikimedia/Deutsche Fotothek)
Bergwerk Sankt Joachimsthal
(Quelle: Wikimedia/Deutsche Fotothek)
Blick auf die Sankt Wolfgangskirche
in
Schneeberg
Schneeberg Marktplatz mit Kirche Sankt Wolfgang
Herzog des albertinischen Sachsen
Hammerwerk in Frohnau
Herzog Georg der Bärtige
(1471 - 1539)
Der Frohnauer Hammer, angetrieben durch ein Wasserrad.
Marktansicht mit Wolfgangskirche in Schneeberg
Schneeberg Rathaus
   So lebte einst in Freiberg ein armer Bergmann mit Namen Hans. Es ging ihm so schlecht, dass er manchmal laut und unter Tränen über seine Not lamentierte, auch bei der Arbeit. Da teilte sich plötzlich der Felsen und aus dem so entstandenen steinernen Tor trat ihm ein kleines Männchen entgegen: der Berggeist. Er sprach: "Hans, ich will dir helfen, aber du musst mir jede Schicht dafür ein Pfennigbrot und ein Pfenniglicht geben und keinem Menschen etwas davon sagen." Zwar war Hans fürchterlich erschrocken, aber da der Berggeist ein freundliches Wesen zu haben schien, versprach er, alles so zu befolgen. Der Geist verschwand und ließ eine ansehnliche Menge Silber zurück.
    Von nun an war Hans alle materiellen Sorgen los und ließ es sich gut gehen. Doch dann kam das "Stollnbier", ein bergmännisches Volksfest, und wie alle anderen trank auch Hans kräftig, und viel zu viel. Als er schließlich vollkommen betrunken war, vergaß er sein Versprechen und erzählte seinen Kollegen alles, was ihm widerfahren war.
    Am folgenden Morgen erinnerte er sich an seine Verfehlung, aber er konnte sie ja nicht ungeschehen machen! Zitternd vor Angst fuhr er an diesem Tag ein - wie mochte der Berggeist reagieren? Seine Aufgabe bestand darin, den Haspelknechten das Zeichen zu geben, dass sie das Förderseil hinauf ziehen. Diese warteten lange vergeblich auf das Signal, sie riefen nach ihm und erhielten keine Antwort. Da zuckte es plötzlich am Seil, und in der Tiefe war ein hell glänzendes Licht zu sehen. Schnell war der Kübel zu Tage  gefördert. Doch es befand sich kein Erz darin, sondern der Bergmann Hans, tot und mit blauem Gesicht wie ein Erwürgter, auf ihm das letzte Pfennigbrot und rings um den Kübel brannten die Pfenniglichter, die er im Laufe der Zeit dem Berggeist geopfert hatte, und die dieser jetzt mitsamt dem toten Geber zurückgab.
   Auch der freundlichste und großzügigste Berggeist wird also zum mordenden Ungeheuer, wenn man gegen die Regeln verstößt, die er aufgestellt hat! Die moralische Ansage ist klar: Sei ehrlich, halte dein Wort und du wirst belohnt - brichst du aber dein Wort, ist die Strafe fürchterlich.
Relief Glück auf Relief Glück auf
Eingang zum  mineralogischen
Institut in Freiberg mit Reliefs von arbeitenden Bergleuten  (Detailfotos siehe oben)
und Inschrift
  Im 16. Jahrhundert war die Existenz von Berggeistern also Gegenstand wissenschaftlicher Untersuchungen, in den mündlichen Überlieferungen der folgenden Jahrhunderte entwickelten sich individuelle, regionale Sagen, die im 19. Jahrhundert Eingang in viele Sagensammlungen fanden.
Felsformationen bei Scheibenberg
   Gleich ein ganzes Völkchen von Zwergen lebte in dem tafelförmigen Basaltberg, welcher der an seiner nordwestlichen Seite gelegenen Stadt ihren Namen gab: Scheibenberg. Sie scheinen keine todbringenden Dämonen gewesen zu sein, sondern eher ein lustiges Volk, dass zwar manchen Schabernack mit den Menschen trieb, ihnen aber nie wirklich Schaden zufügte. Sie lebten in einer Höhle, im Volksmund Zwergenloch genannt, mit ihrem König Oronomassan (nach anderen Quellen Zembokral), der stets eine Krone aus purem Gold auf dem Haupte trug. Bei Grässe werden sie wie folgt beschrieben:
   "Sie waren nicht über 2 Schuh lang und trugen recht bunte Röckchen und Höschen. Es schien ihr größtes Vergnügen zu sein, die Leute zu necken; sie thaten aber auch Manchem viel Gutes und halfen vorzüglich frommen und armen Leuten."
   So war einmal ein armes Mädchen aus Schlettau im Wald am Fuß des Scheibenberges, um Holz zu sammeln. Da stand plötzlich der Zwergenkönig vor ihr, grüßte sie zunächst freundlich, fing dann aber an zu jammern: "ach, Du liebe Maid, nimm mich mit in Deinem Tragkorb! Ich bin so müde, und es schneit und ist so kalt, und ich weiß mir keine Herberge! Drum nimm mich mit zu Dir in Dein Haus!" Das Mädchen hatte keine Ahnung, wer da vor ihr stand, doch das kleine Wesen tat ihr leid. So packte sie den Zwergenkönig in ihren Tragekorb und deckte fürsorglich ihre Schürze über ihn, damit er vor dem fallenden Schnee geschützt war. Mit dem Korb auf dem Rücken ging sie nach Hause, und da das Männchen extrem schwer wog, musste sie all ihre Kräfte aufbieten, um den Weg zu schaffen. Völlig erschöpft kam sie zu Hause an und setzte keuchend den Korb ab. Doch als sie die Schürze abnahm, um nach dem Männchen zu sehen, war es verschwunden und an seiner Stelle lag ein großer Klumpen gediegenes Silber!
   Auch diese Geschichte wird dadurch "belegt", dass das Mädchen konkreter benannt wird. Sie soll nämlich die Tochter eine Schneiders gewesen sein, in Schlettau als die "schöne Schneiderminel" bekannt, und soll um 1535 gelebt haben. Mit dem Zwergenkönig verband sie nach dieser ersten Begegnung eine Freundschaft, sie hat ihn sogar im Scheibenberge besucht, hat für ihn und seine Familie Kleider genäht, und ist Dank der großzügigen Gegengeschenke zu großem Reichtum gekommen.
Das Schloss in Schlettau
   Ganz anderen Kalibers scheinen die Berggeister in der Gegend um Schneeberg gewesen zu sein, die verschiedensten Untaten werden von ihnen berichtet.
   So ist im Jahr 1538 ein Bergmann in der Fundgrube "Höfliche Besserung" von einem Ungeheuer erwürgt worden, ein Vorfall, der so viel Aufsehen erregte, dass Kurfürst Johann Friedrich einen ausführlichen Bericht darüber verlangte.
In der reichen Fundgrube Sankt Georgen hat sich ein Bergteufel einem Knappen in Gestalt eines Mönches genähert und ihn unversehens so heftig in die Höhe geworfen, dass er schwer verletzt zu Boden fiel.
   Und am 26. März 1683 hat ein Bergteufel die gesamte Levitenzeche mit ihren drei Schächten auf einen Schlag zerstört. Kurz vor dieser Katastrophe war ein dicker Mann, geschmückt mit Silber und Gold, in der Kaue zu einem Bergmann getreten und hatte ihn gefragt; "Kennst Du mich nicht?" Arglos antwortete der Knappe: "Herr, wie soll ich Euch kennen, Ihr werdet wohl einer vom Herzog aus Holstein sein" (das waren die Erbauer dieser Zeche). Daraufhin forderte der Fremde ihn auf, jetzt einzufahren, und als er sich widersetzte, brüllte der Bergteufel, denn genau der stand vor ihm, ihn dermaßen heftig an, dass der Knappe daran starb.
Schneeberg Marktplatz um 1835
Schneeberg Marktplatz heute auf der anderen Seite des Rathauses
Kurfürst Johann Friedrich der Großmütige (1503 - 1554)
Gemälde von Lucas Cranach dem Jüngeren
   Neben den guten und den schlechten Berggeistern gibt es noch eine andere Kategorie, die in Pierer's Universal-Lexikon von 1857 wie folgt beschrieben wird: "Auch die Gnomen welche die Erze bilden u. diese den Menschen bescheeren, rechnet man zu den Berggeistern."

   Die "Nickeln" genannten Berggeister wurden beschuldigt, Kupfererze so zu verhexen, dass sich daraus kein Kupfer mehr gewinnen ließ - bis heute heißt das Metall Nickel nach ihnen.
   Ein bis dahin unbekanntes Erz, das die Zinnerze so sehr verunreinigte, dass sich aus ihnen kein Zinn mehr gewinnen ließ, nannte Georgius Agricola "lupi spuma" (Wolfsschaum, Wolfsspucke) - nach dem Wolf, der das gute Zinnerz weg fraß. Aus diesem Ausdruck entstand später (obwohl nicht belegt ist, dass es sich überhaupt um dasselbe Mineral handelt) der Begriff Wolfram, aus dem mittelhochdeutschen Wort für Ruß, Dreck, also "Wolfsdreck".
  Die seinerzeit von den Bergleuten spöttisch benannten "minderwertigen" Erze kamen später alle zu ihren Ehren - die Dichte von Wolfram ist fast so hoch wie die von Gold, sein Einsatz in der Industrie ist nicht mehr wegzudenken, und ohne den Wolframfaden in der Glühbirne wäre es in mancher Stube finster geblieben.
   Auch die Kobolde galten als Metalldiebe, sie sollen das wertvolle Silber aufgefressen und dafür ein vollkommen wertloses, silberfarbenes Metall im Berg zurück gelassen haben. Da dieses sich nicht verarbeiten ließ und außerdem beim Erhitzen fürchterlich roch (durch seinen Arsengehalt), musste es ja verhext sein! Doch dieses "Kobolderz" wurde schon recht früh rehabilitiert, indem auch sein Wert erkannt wurde. Grässe berichtet darüber ausführlich.
   Im 16. Jahrhundert, als der Erzreichtum des Obererzgebirges nachließ, und sich überall ein Wehgeschrei über den Silberräuber (so oder Kobold nannte man die bösen Berggeister, die das taube Erz verursacht haben sollten) erhob, kam ein junger Mann nach Schneeberg. Christoph Schürer war wegen seines evangelischen Glaubens aus Westfahlen geflohen, und da der Apothekersohn sich in den Naturwissenschaften und insbesondere in der Chemie gut auskannte, fand er bald eine Anstellung bei den Hütten. Schnell gewann er auch die Liebe der Tochter des Hüttenmeisters Rau, und Dank seines einnehmenden Wesens auch die Zustimmung des Vaters - das nächste Bergfest wurde als Hochzeitstermin für Christoph und seine Anna bestimmt. Doch beinahe hätte ein Unglück alle seine Hoffnungen vereitelt. In seinem wissenschaftlichen Forscherdrang war er auf die Idee gekommen, den viel verrufenen Kobold durch chemische Zubereitung zu etwas nützlichem umzuwandeln. Insgeheim - wohl um sich nicht dem Spott der Bergleute aussetzen zu müssen - machte er in einer Schmelzhütte in Oberschlema vielfache Versuche, und betrieb diese oft die ganze Nacht hindurch so eifrig, dass er binnen kurzem in den Verdacht der Alchemisterei und Schwarzkünstlerei geriet.
   Als dann auch noch aus Platten in Böhmen, wo Schürer sich bei einem früheren Aufenthalt durch seinen Glauben und seine Kenntnisse Neider geschaffen hatte, mehrfach Klagen eintrafen, dass er ein Zauberer, Dieb und Parthierer (= ein Betrüger) gewesen sei, und man seine Auslieferung forderte, befahl der Bergmeister, ihn zu verhaften.
   Während Schürer mit seinen Versuchen beschäftigt war, kamen die ausgesandten Diener, um ihn festzunehmen, fanden aber die Tür verschlossen und meldeten es dem Bergmeister. Wenn das nicht verdächtig war! Jetzt machten sich der Bergmeister, Hüttenmeister Rau und einige weitere selbst auf den Weg, und sprengten die Tür auf. In ihrem Eifer bemerkten sie gar nicht, dass der Gesuchte ihnen freudig entgegen trat, ohne Diskussion ergriffen sie ihn, und legten ihm Handschellen an! Schürer erschrak fürchterlich, als er all die gegen ihn erhobenen Beschuldigungen hörte.
   Doch zum Glück war ihn gerade in dieser Nacht der Durchbruch bei seinen Experimenten gelungen, so fasste er sich schnell wieder und rief: "Männer prüfen, ehe sie entscheiden! Meint Ihr, ich treibe bösen Unfug hier mit schwarzer Kunst, so tretet her! Seht, dies wollte ich gewinnen und Gott sei Dank, endlich ist's gelungen. Ich meine, es soll dem Lande von gutem Nutzen sein!" Mit diesen Worten reichte er ihnen ein Gefäß, das mit ganz feinem, leuchtend blauen Staubmehl gefüllt war. Jetzt waren die Bergherren erstaunt - und natürlich sehr interessiert daran, wie und woraus er diese Farbe bereitet hatte. Gern zeigte und erklärte Schürer, wie er die Farbe aus dem "Kobolderz" hergestellt hatte, und entkräftete damit den Verdacht der Schwarzkünstlerei. Nicht nur das, der Bergmeister war so begeistert, dass er versprach, alles daran zu setzen, auch Schürers Unschuld gegen die Anklage aus Böhmen beweisen.
   Dies gelang ihm auch, und Schürer war jetzt nicht nur ein freier Mann, sondern kam durch seine Erfindung - die man anfangs "blaues Wunder", später "Schmalte" nannte - zu großer Ehre. Und als das Bergfest kam, machte er nicht nur seine Anna zu einer glücklichen Braut, sondern auch den Hüttenmeister Rau zu einem stolzen Schwiegervater.
   Die aus dem Kobalt gewonnene blaue Farbe diente damals wie heute zum Bemalen von Porzellan und zum Färben von Glas, das Metall wird in verschiedenen Legierungen gebraucht. Und selbst der Name "Schmalte" lebt bis heute fort, daraus wurde "Schmelze", was auf Französisch "émail" heißt, und als die Emaille bekannt ist - in vielen Orten leuchtet die weiße Schrift auf emaillierten Straßenschildern heute auf einem Hintergrund von strahlendem Kobaltblau.
   Eine ganz andere Art von Geistern lebte in den Seen, nämlich die Nixen. Und auch wenn die nachfolgende Geschichte nichts mit dem Bergbau zu tun hat, so ist sie doch so traurig-schön, dass sie hier erzählt wird.

   Etwa eine halbe Stunde östlich von Schwarzenberg liegt das Vorwerk Ottenstein, das seinen Namen einem der ottonischen Kaiser verdanken soll, der einst dort übernachtete. Aber das ist natürlich viel zu prosaisch, und so berichtet die Sage dann auch eine ganz andere und weitaus romantischere Geschichte:
   Auf der Festung Schwarzenberg hauste ein Ritter mit seiner schönen Pflegetochter. Ein Graf Otto von Siebeneichen, der aus dem Rheinland stammte, bat um die Hand des jungen Mädchens, aber da der Ritter sein Mündel selbst heiraten wollte, wies er alle Anträge des Grafen barsch zurück. So beschloss Graf Otto, das Mädchen zu entführen.
   Zu der Zeit war alles Land um die Festung Schwarzenberg herum von einem See bedeckt, und Otto nahm Quartier in einer Fischerhütte. Der Fischer hatte Zugang zur Festung und diente als Kurier: Auf diesem Weg
Frei Republik Schwarzenberg

Basaltpfad Scheibenberg
Orgelpfeifen Scheibenberg
Schoss Schlettau an der Zschopau
Gemälde von Lucas Cranach dem Jüngeren
42 Tage Freie Republik Schwarzenberg
Dies war ein klitzekleiner Einblick in den großen Sagenschatz des Erzgebirges, wer mehr lesen möchte:

Viele weitere Sagen aus dem Erzgebirge finden Sie in dem Buch "Sagen und Bilder aus dem Erzgebirge" von Roger Rössing.

Klappentext:
Bärenstein, Ehrenfriedersdorf, Tellerhäuser, Freiberg, Geyer, Eibenstock, Zinnwald, Dippoldiswalde, Altenberg, Brand-Erbisdorf', Zöblitz, Marienberg, Cranzahl, Buchholz, Schwarzwassertal, Morgenröthe, Schwarzenberg, Thum, Schneeberg, Stollberg, Zwickau, Scharfenstein, Frohnau, Geising, Lauenstein, Augustusburg u.a.
Heike Hentschel

Kirche und Schloss in Schwarzenberg
Schlossturm
Roger Rössing
konnte Otto dem Burgfräulein die Nachricht von seiner Ankunft zukommen lassen und ihr einen Tag bestimmen, an dem er sie in einer Vollmondnacht mit dem Kahn abholen wollte. Die Zeit bis dahin vertrieb er sich mit gelegentlichen Kahnfahrten, vielleicht auch, um in Übung zu kommen. Eines Abends, es war schon spät, stieg plötzlich eine wunderschöne Frau aus dem Wasser heraus, setzte sich neben ihn in den Kahn und versuchte durch Liebkosungen, ihn zu überzeugen, sie zu ihrem Kristallpalast unter den Wellen, wo sie als die Nixe des Sees lebte, zu begleiten. Doch so schön die Nixe auch war und so sehr sie ihn bedrängte, er stieß sie zurück und sagte, er könne kein anderes Weib lieben, da er sein Herz schon einer anderen geschenkt habe. Traurig verließ ihn die Nixe, Otto selbst ließ sich ab sofort nicht mehr am See blicken - bis der Tag kam, an dem er seine Geliebte abholen wollte.
   Endlich kam der lange erwartete Tag, der Vollmond warf sein bleich glänzendes Licht auf die Spiegelfläche des Wasser, und glücklich fuhr er zum gegenüberliegenden Ufer, wo seine Braut schon freudig auf ihn wartete. Aber als sie zurück fuhren, schienen plötzlich die Wogen in sich selbst aufzukochen, er vermochte den schwankenden Kahn nicht im Gleichgewicht zu halten, und dieser kenterte. Sofort griff er nach seiner Geliebten, um sie schwimmend ans rettende Ufer zu retten, aber unsichtbare Hände entrissen sie ihm, er konnte sie nicht über Wasser halten, sie versank vor seinen Augen. Ihn trugen die Wellen jedoch zurück zur Hütte des Fischers.
   Er brachte es nicht über sich, die Gegend zu verlassen, sondern baute sich im nahen Wald eine Hütte, wo er als Einsiedler lebte und seine Tage am Ufer des Sees verbrachte, der ihm sein Teuersten und Liebstes geraubt hatte. Eines Tages fanden die Fischer ihn tot auf
dem See schwimmend, wie er dahin gekommen war, wusste niemand. Sie begruben ihn am Ufer und setzten ein Kreuz mit seinem Namen. Das Kreuz ist längst verschwunden, der See ist abgeflossen, aber der Berg, wo seine Klause stand trägt bis heute seinen Namen: "Der Otte(n)stein".

   Trotz ihrer schönen Gestalt und ihrem betörenden Auftreten bringen Nixen stets Gefahr, Verderben und Tod, bekannt ist das, seitdem die Sirenen Odysseus mit ihrem Gesang in den Tod zu locken versuchten, man sollte sie also nie mit den harmlosen Wasserfrauen oder Meerjungfrauen verwechseln…
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Sagenhaftes Erzgebirge
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